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Kernaufgaben der LesBiSchwulen T*our

 

Sichtbarkeit 

Die Regenbogenflagge – Ein Zeichen für Vielfalt und Stärke

Zu einer guten Tradition ist es geworden, daß wir auf unserer T*our in jeder Stadt, die wir ansteuern, die Regenbogenflagge hissen. Sie ist das Erkennungszeichen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in aller Welt und verheißt Vielfalt und Stärke der Homosexuellen Emanzipationsbewegung. Die Flagge wird meistens zusammen mit dem Bürgermeister oder der Bürgermeisterin der jeweiligen Stadt gehißt. Damit setzen auch die Städte in Brandenburg ein Zeichen und signalisieren, daß LSBT-Menschen bei ihnen willkommen sind. Das ist leider nicht überall so. 2009 hat beispielsweise die Stadt Rheinsberg in im Kreis Ostprignitz-Ruppin das Hissen der Fahne abgelehnt. Dieses Jahr hat sich unsere Tour-Station Guben dagegen entschieden, die Flagge zu hissen.  Die übrigen Tourstädte haben es hingegen als Chance begriffen sich ihren LSBT-Mitbürger_innen erkenntlich zu zeigen. Dies zeigt auch wie wichtig nach wie vor Aufklärung und Information über die Vielfalt verschiedener Lebensentwürfe ist.

 

Emanzipation & Vernetzung

Empowerment gegen Landflucht

Als wir das erste Mal auf Tour gingen, wollten wir eigentlich „nur“ das strukturelle Defizit an LSBT-Angeboten in Brandenburg ausgleichen. Es ging um das was wir auch bei bei AndersARTiG gut können, nämlich LSBT-Menschen stark zu machen und erst einmal überhaupt ein Angebot zu schaffen. Recht schnell wurde klar, daß das allein nicht zum Erfolg führt, denn ganz häufig traute sich niemand auf mehr als 20 Meter an unsere Stände. Inzwischen ist das anders. Mithilfe lokaler LSBT-Gruppen organisieren wir während der Tour auch Filmabende und Coming-Out-Beratung für Jugendliche aus der jeweiligen Region und häufig werden wir von den Städten und Gemeinden unterstützt. Dies kann zwar ein dauerhaftes Angebot für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender nicht ersetzen, sorgt aber für Motivation unter diesen LSBT-MEnschen, die sich ernst genommen fühlen und die wir auch darin unterstützen eigene Gruppen und Initiativen in ihrer Region zu gründen. Dies ist besonders deshalb wichtig und unterstützenswert, weil es die Landflucht nach Berlin abmildert, die immer noch Realität ist, weil die Angebots- und Hilfestrukturen für LSBT-Menschen unzureichend sind.

 

Beratung und Qualifizierung

Information, Aufklärung und Sensibilisierung auf der Tour

Für die Ehrenamtlichen im Tourteam, ist es häufig ein Kulturschock, wie grundlegend z.T. Aufklärungsarbeit im Flächenland Brandenburg sein kann. Ganz häufig arbeiten wir Schulklassen oder Jugendclubs in denen zum ersten Mal überhaupt über Homosexualität gesprochen wird und in denen das durch die Medien verbreitete Zerrbild von Homosexuellen in der Regel vorherrscht. Auch in Erziehungs- und Familienberatungsstellen, sowie Ämtern und Verwaltungen ist das theoretische Grundwissen über die Lebenssituation von LSBT-Menschen äußerst gering, teilweise auch gar nicht vorhanden. Häufig ist das bereits im Vorfeld zu erkennen. Aussagen derart, daß das „Problem“ im eigenen Landkreis nicht bestehe, oder man befürchte, wir würden Mitgliederwerbung betreiben und die Menschen gar zur Homosexualität verführen, sind leider keine Seltenheit. Ist jedoch die Scheu vor der Auseinandersetzung überwunden, sind die Ergebnisse unserer Workshops meist sehr zufriedenstellend. Auch Pädagog_innen und Beamt_innen haben Berührungsängste, die es abzubauen gilt und häufig empfinden sowohl die Jugendlichen in Schulen und Clubs, wie auch Fachkräfte es als Zugewinn und Souveränität, sich im Thema auszukennen. Unsere Workshops sind so angelegt, daß sie die verschiedenen sexuellen Orientierungen gleichberechtigt darstellen. Differenziert stellen wir dar, was beim Coming-Out mit dem Menschen passiert, warum Eltern ihr eigenes Coming-Out haben, was beste Freund_innen und Pädagog_innen tun können, um diesen Prozeß zu unterstützen, wohin sich Jugendliche, wie Erwachsene bei Fragen oder Ängsten wenden können. Dies ist neben der Öffentlichkeitsarbeit das Herzstück unserer LesBiSchwulen Tour.

Prävention

Angebote zur sexuellen Gesundheit

In den letzten Jahren rückt für uns vermehrt das Thema Gesundheit in den Mittelpunkt. Die steigenden HIV-Neuinfektionen beunruhigen uns und wir nehmen das zum Anlaß uns und die Menschen, die wir auf der Tour ansprechen über das Thema HIV/AIDS und andere sexuell übertragbare Krankheiten aufzuklären. Vor allem HIV und AIDS werden noch immer sehr oft, als Schwulen-Krankheiten gesehen, obwohl HIV/AIDS mehr denn je ein Problem aller gesellschaftlichen Schichten und Gruppen ist. Natürlich wissen wir, daß insbesondere schwule Jungs und Männer einem besonderen Risiko ausgesetzt sind, deshalb haben wir immer im Gepäck viele viele Kondome, Informationsbroschüren und jederzeit ein offenes Ohr. Safer Sex ist nach wie vor nicht jedem geläufig. Gut, wenn man da mal mit jemandem drüber reden kann. Wir arbeiten hier vor allem mit der AIDS-Hilfe Potsdam und der AIDS-Hilfe Lausitz im Land Brandenburg zusammen.

 

Politik und Öffentlichkeit auf der Tour

Brückenkopf zur Mehrheitsgesellschaft

Zweifelsohne hat die LesBiSchwule T*our bisher die Meinung zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern im Land Brandenburg positiv beeinflußt. Die Tour steht seit einigen Jahren unter der Schirmherrschaft des Ministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg und wird auch aus dem Ministerium gefördert. Viele Projekte, nicht nur für Jugendliche, sondern für alle im Land lebenden Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern sind im Windschatten der LesBiSchwulen Tour entstanden. Dabei haben wir auch die Unterstützung der regionalen und überregionalen Presse, die jedes Jahr aufs neue über uns und unsere Kooperationpartner auf der LesBiSchwulen T*our berichtet und so die Botschaften von Vielfalt und Akzeptanz in die Bevölkerung trägt. Dies ist vor allem für die Menschen wichtig, die vielleicht nicht den Mut haben an einen unserer Informationsstände oder zu einer unserer Veranstaltungen zu kommen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist damit ein zweites wichtiges Standbein.

Die Kampagne

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  • Kernaufgaben
  • Heinz-Westphal-Preis 2009

Schlagwörter

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Die LesBiSchwule T*our 2011 wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg sowie durch private Spenden.
(AndersARTiG - Spendenkonto 7379978015, BLZ 100 900 00, Berliner Volksbank)  Spenden sind steuerlich absetzbar!
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