Mit Einführung des Reichsstrafgesetzbuches tritt §175 tritt in Kraft, welcher sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellt und im Folgejahrhundert als Grundlage der Strafverfolgung von männlichen Homosexuellen dient. Engültig wird §175 in der DDR 1968, in der Bundesrepublik 1994 abgeschafft.
Magnus Hirschfeld eröffnet das Institut für Sexualwissenschaft uns läutet die erste schwule Emanzipationsbewegung ein. Während der 20er Jahre wird das Institut aktiv die Abschaffung bzw. Reform des §175 fordern. Das Institut wird 1933 von den Nazis verwüstet und ausgeplündert.
“Anders als die Anderen”, der erste Schwulenfilm der Geschichte wird uraufgeführt
Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung von Homosexuellen. Der Rosa-Winkel, Erkennungszeichen von homosexuellen KZ-Insassen wird vor allem durch Rosa von Praunheim mitte der 70er Jahre zum Symbol der Lesben- und Schwulenbewgung.
Der § 175 RStGB wird durch die Nazis erheblich verschärft und in dieser Form in der DDR bis 1950, in der Bundesrepublik bis 1969 in dieser Form in Kraft bleiben
Per Sondererlaß des Reichsführers SS Heinrich Himmler wird im Reichssicherheitshauptamt die Reichzentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung gebildet. Sie wird an der Vefolgung und Ermordung von Homosexuellen mageblich beteiligt sein.
Die DDR setzt den §175 in der Fassung vor 1935 wieder in Kraft. Die Vershärfungen aus der Nazizeit werden außer Kraft gesetzt. Endgültig wird der §175 mit der Strafrechtsreform 1968 in der DDR abgeschafft.
Homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen werden in der DDR nicht mehr gesetzlich bestraft; weiterhin bestraft wird homosexueller Kontakt zwischen einem Erwachsenen und einem Minderjährigen, dies gilt nun auch für Frauen.
Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender wehren sich gegen eine Razzia der New Yorker Polizei in der LSBT-Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street; an das Ereignis erinnert die jährliche CSD-Parade (Christopher Street Day) in zahlreichen deutschen Städten und anderen Ländern
Reformation des § 175 in der BRD: Aufhebung des Totalverbots homosexueller Handlungen; bestraft wird „nur noch“ homosexueller Kontakt mit Minderjährigen (und homosexuelle Prostitution).
Rosa von Praunheims Film “Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt” hat Uraufführung und wird den Weg für die moderne LSBT-Emanzipationsbewegung in der Bundesrepublik bereiten.
Die American Psychiatric Association streicht Homosexualität aus der Liste psychischer Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation wird sich erst 1992 anschließen.
AIDS tritt erstmals gehäuft auf. Die "Acquired Immune Deficiency Syndrome" genannte Krankheit wird durch das HI-Virus ausgelöst und schwächt das Immunsystem. Anfangs als "Schwulenkrebs" abfällig bezeichnet, wird diese Krankheit weltweit bis heute viele Millionen Menschenleben fordern, nicht nur Homosexuelle. Homosexuelle Männer sind besonders betroffen, da das HI-Virus durch Sperma übertragen wird. Ebenso wird in den folgenden Jahren der Begriff "Safer Sex" zum Inbegriff der Präventionsarbeit zur sexuellen Gesundheit. Überall auf der Welt
In der DDR wird ein einheitliches Gesetz für homosexuelle und heterosexuelle Handlungen mit einem Schutzalter von 16 Jahren verabschiedet
Die Weltgesundheitsorganisation streicht mit der Veröffentlichung der ICD 10 Homosexualität als Krankheit aus ihren Unterlagen.
Im Zuge der Rechtsangleichung von BRD und ehemaliger DDR wird der § 175 endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen
Das Lebenspartnerschaftsgesetz tritt in Kraft; jedoch gelten unter diesem Gesetz für Verpartnerte lediglich die gleichen Pflichten, stattet sie aber nicht mit den gleichen Rechten aus
10 Jahre Lebenspartnerschaftgesetz; Fortschritt: rechtlich fast gleichgestellt mit der „Hetero-Ehe“ außer im Adoptionsrecht, dem Einkommenssteuerrecht, bzgl. vermögenswirksamer Leistungen und Höchstbetragsgemeinschaften (teilweise nur gleichgestellt : Grunderwerbssteuer, Betriebsrente, Beamtenbesoldungs- und versorgungsrecht, Hinterbliebenenrente bei berufsständischen Versorgungs-
werken)
Rudolf Brazda, letzter überlebender Rosa-Winkel-Häftling, der von 1942 - 1945 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war, stirbt im Alter 98 Jahren.